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Hurra, hurra, der erste Besuch ist da… (26.-27.05.2007)
Nun bin ich seid über 3 Monaten hier und keine bekannte Seele hat sich blicken lassen…aber was lange wärt, wird gut! In diesem Falle sogar super! Denn Cordl und Bubbl aus Indonesien tauchten Freitagnacht im Doppelpack bei mir auf (glücklicherweise mit Voranmeldung, so dass ich ausreichend Zeit hatte, meine Bude auf Hochglanz zu bringen). Schon toll, wenn man sich nach längerer Zeit wieder sieht und viel zu bequatschen hat. Da Barbara und Cordula aber nicht nur zum ratschen da waren, ging es nach einem Powerfrühstück zum Hardcore-sightseeing. Auf dem Plan standen natürlich die Petrona Twin Towers und der Fernsehturm. Anschließend haben wir uns von einem Taxi zum Merdeka Square (Platz der Freiheit) fahren lassen, wo wir mal wieder „Heimatluft“ schnuppern und das saftige Grün einer Wiese genießen konnten. Von dort aus sind wir zur Jamek Moschee, der früheren Nationalmoschee gelaufen. Nachdem wir uns in Schale (oder besser gesagt in Kopftuch und Kutte) geworfen hatten, waren wir passierfähig. Vom Beten haben wir allerdings nicht viel mitbekommen… heute war chillen angesagt: die Männer lagen verstreut herum, machten ein Nickerchen, lasen oder hörten Radio – wenn das Allah wüsste,…! So ganz hatte uns die Moschee nicht überzeugt, also gings gleich weiter zur nächsten: Nationalmoschee. Da es mal wieder tierisch heiß war, verzichteten wir auf ein zweites dress-up und genossen stattdessen die Anlage der Moschee. Nachdem wir auch noch den Bahnhof abgehakt hatten und sich immer mehr Blasen auf unseren Füßen breit machten, entschieden wir uns für eine sonntägliche Fortsetzung und eine Abkühlung im Pool. Die hatten wir uns schließlich mehr als verdient!!! Da sich auch der Magen mit einem grummeln bemerkbar machte, sind wir zum Banana Leaf Essen gegangen. Cordl und Barbara hats geschmeckt! Frisch gestärkt und voller Vorfreude auf einen tollen Abend, gings wieder einmal in die Skybar... noch mal zur Erinnerung: die befindet sich im 33. Stock des Traders Hotels. Man hat also nen super Ausblick auf die Petronas Twin Towers. Hier haben wir leckere Cocktails und Wasabi Erbsen genossen – soooooo lecker, bevor wir dann das Tanzbein im "Rum Jungle" geschwungen haben. War echt witzig und der perfekte Ausklang eines gelungenen Tages.
Am Sonntag war erst einmal ausschlafen angesagt – naja, wenn man 10 Uhr morgens ausschlafen nennen kann. Da Bubbl wieder einmal von der Sehnsucht eines leckeren europäischen Frühstückes gepackt wurde, begannen wir erneut unseren Tag in „the dome“. Das Müsli zeigte seine Wirkung. Voller Tatendrang fuhren wir nach Chinatown und machten ein Schnäppchen nach dem anderen. Aber wer verdammt braucht eigentlich 10 Handtaschen? (hmmmmm Barbara vielleicht?) Egal, das Handeln hat jedenfalls Spaß gemacht! Mit vollen Händen und total zufrieden fuhren wir zu mir…. Abchillen am Pool kann soooo schön sein!
Von gefallenen Persönlichkeiten und Nachbarschaftshilfe (25.05.2007)
Wie sagt man doch so schön, ein Schlag auf den Hinterkopf erhöht das Denkvermögen? Wer hat sich denn den Scheiß ausgedacht? Ich konnte nur höllische Schmerzen empfinden… aber jetzt mal der Reihe nach.
Ich hab gestern mein Badezimmer zum Unfallplatz werden lassen – bin irgendwie samt der Badmatte weggerutscht, erst auf den Rücken gefallen und hab mir dann mächtig den Kopf an der Steinkante eingehauen. Etwas benommen blieb ich ein paar Minütchen liegen, wusste nicht auf welche Schmerzen ich mich zuerst konzentrieren sollte. Schließlich machte das Schädelweh das Rennen! Kurze Zeit später floss auch schon das Blut. Kleiner Kratzer, dachte ich und holte mir die Bestätigung von Jeanette ein. Als ne dreiviertel Stunde später das Blut mir immer noch in den Nacken rann, klingelte ich bei meinen Nachbarn (super nette Malayen!). Die nahmen die Bescherung unter die Lupe, verfrachteten mich in ihr Auto und die Suche begann…. 100 Kliniken klapperten wir ab, nur um festzustellen, dass diese nach 22 Uhr nicht mehr geöffnet hatten. Kurz vor 24 Uhr hatten wir dann endlich Glück (und ich ein schlechtes Gewissen, weil ich meinen Nachbarn den Schönheitsschlaf raubte). Der Service war prima, kurze Anmeldung und schon saß ich auf dem Behandlungsstuhl. Zimperlich war die Dame in ihrem bunt gemusterten Kleid allerdings nicht. Sie drückte ordentlich auf meiner Wunde rum, hatte kurze Zeit später ne Schere in der Hand (leider hab ich keine Augen im Hinterkopf, ich hätte sie aufgehalten) und schnippelte mir ein Büschel Haare ab!!!!!! Dann meinte sie, dass müsse genäht werden, ob das ok-lah wäre. Mein Einverständnis hatte sie. Also rammte sie mir zwei Spritzen zur Betäubung in den Kopf und begann mit der Nadelarbeit. 10 Minuten später, um ein paar bunte Pillchen reicher, saß ich wieder im Auto und wurde von meinen Nachbarn ins Bett gebracht. Leider wollte der Schlaf nicht so richtig kommen – ich hab zu allem Überfluss meine erste Kakerlake entdeckt… und das in meinem Schlafzimmer –widerlich! Ich hoffe, deren Leiche schreckt ihre Kumpels ab!!!!
Heute Morgen stand meine liebe Nachbarin dann vor der Tür. Frühstück! Lecker. Aber das wäre dann doch nicht nötig gewesen. In 40 Minuten holt sie mich ab. Sie besteht darauf, mich zum Frisör zu fahren. Das Blut muss doch aus den Haaren gewaschen werden und die Wunde darf nicht nass werden. Das bekomm ich alleine nicht hin und außerdem seh ich so schwach aus, … ein gemeinsames Mittag kann da nicht schaden!!!! Ist jemanden so etwas schon mal in Deutschland passiert?
Die Kunst des „in die Fresse Hauens“ (23.05.2007)
Nun hab ich mich nach 3 Monaten Abstinenz endlich aufraffen können und meinen Körper in ein Kickboxstudio geschleppt. .. und dann gings auch schon mit schlagen und treten los. Zum Glück nur Auge in Auge mit dem Sandsack, weil bei meinem Reaktionsvermögen und der Schnelligkeit der Asiaten (ich sag nur Chackie Chan) hätte ich ganz schnell einpacken können. Aber so war das Kickboxen schon ganz geil...Hinterher fühlt man sich so richtig schön ausgepowert. Bin nur gespannt, wer mich morgen auf Arbeit trägt. Na ja, zum Glück gibt’s in Malaysia jede Menge Fahrstühle…
Get lost in the Cameron Highlands (12.-13.05.2007)
Auch diesen Samstag hieβ es, zeitig aufzustehen. Halb 9 Uhr sollte unser Bus in die Cameron Highlands abfahren. Also sind wir in aller Herrgottsfrühe zur KL Puduraya Bus Station gegurkt und haben uns anschlieβend auf die Suche nach dem richigen Bus gemacht... hat sich als schwieriger erwiesen als ursprünglich angenommen.
1. Tickets hatten keinen Sitzplatzvermerk + free seating war heute out
2. wir haben keinen Super-Vip-Bus am Bahnsteig gefunden. Da stand ne Schrottmühle, die ihre besten Zeiten bereits hinter sich hatte
Also sind wir hektisch durch den halben Busbahnhof gewetzt. Fazit: wenn Europäerinnen Ticketmenschen schöne Augen machen, bekommen sie auch mit falschem Ticket ein Plätzl im Bus (obendrein auch noch die besten, mit viel Beinfreiheit). Juchuhhhh. Der Tag war gerettet.
Doch das Abenteuer ging weiter. Denn in die Cameron Highlands führt nur eine einzige Straße, die zu dem auch noch sehr schmal und äußerst kurvenreich ist. Unseren Busfahrer schien das nicht weiter zu stören. Er holte das Letzte aus der Klapperkiste heraus! Augen zu und durch!
3,5 Stunden später erreichten wir den Hauptort der Cameron Highlands: Tanah Rata und bezogen gleich unser Zimmer deluxe (7 EUR pro Person und Nacht) in „Fathers Guesthouse“. Nachdem wir unsere sieben Sachen abgeladen hatten, begannen wir unsere Dschungeltrekkingtour – Trail Number 9. Wenige Meter später machten wir Bekanntschaft mit den ersten Wanderern, natürlich Ossis: Micha (aus Chemnitz) und Thomas (aus Jena). Weil gleich und gleich gesellt sich gern! Gemeinsam machten wir uns auf die Suche nach den Wanderwegen. Hier sei angemerkt, dass wir keine Karte dabei hatten. Während die Jungs ne krasse Tour machten, folgten Jeanette und ich dem gemütlicheren Trail, der uns zum Robinson Wasserfall (sehr winzig, hätten wir fast übersehen) und Teeplantagen führte. Landschaftlich echt der Hammer, nur die Wegbeschilderung lieβ zu Wünschen übrig. Daher haben Jeanette und ich die richtige Abzweigung wohl übersehen und sind nach 2 Stunden Dschungelpfad an der Straβe herausgekommen. Frohen Mutes folgten wir dieser und folgten ihr. Leider in die falsche Richtung! Irgendwann sind wir an einer Teeplantage herausgekommen - Sackgasse. Also wieder umgedreht und die ganze langweilige Straβe zurückgelatscht. Durch den Dschungel wollten wir nicht wieder zurück (mittlerweile hatte es geregnet und alles war saumatschig. Auβerdem drohte die Sonne in 1,5 Stunden unterzugehen. Da fühlten wir uns an der Straβe sicherer!) Also ging es weiter - die Straβe entlang. Nach einer weiteren halben Stunde kamen wir in ein Dorf. Dort bemerkten wir ein Highwayschild – nur noch 10 km bis Tanah Rata. Der Pfeil zeigte in Richtung steile Straβe nach oben! Scheiβe! Wir hatten keinen Bock mehr! Busse waren weit und breit nicht zu sehen. Taxen auch nicht. Also haben wir den Daumen nach oben gehalten und muβten zum Glück nicht lange warten. Der Typ sah relativ vertrauenswürdig aus und so schafften wir es vor der Dunkelheit! Zur Belohnung gab es leckere Shakes, mal wieder Pancakes und Bananaleaf. Danach ging es uns wieder gut und das Stimmungsbarometer stieg!
Für den zweiten Tag hatten wir eine halbtägige Tour gebucht. Auf dem Programm standen ein Tempel, ein Erdbeervillage, ein Rosengarten, die Teeplantage samt Fabrik, ein Bienendorf und eine Schmetterlingsfarm. Stellte sich als reine Touriabzocke heraus! Der Bus wurde ausgekippt. Dann hieβ es: rechts gibt es Verkaufsstände, geradeaus kann man dies und das sehen. In 15 Minuten sitzen alle wieder im Bus, ok-lah? Kurz und knap, die Tour war nicht unser Ding. Nachmittags ging es nach KL zurück. Leider hatten wir auch Pech mit unserem Busfahrer. Erst kam er ne halbe Stunde zu spät. Dann hielt er an den unmöglichsten Orten, verlieβ den Bus, während wir eingeschloβen teilweise 20 Minuten warten muβten, ohne zu wissen, warum! Dementsprechend lange brauchten wir bis nach Hause! Aber alles in allem war das WE dennoch toll.
Eine Taxifahrt, die ist lustig.... (10.05.2007)
Heute morgen hatte ich meinen vorletzten Termin bei Optimax - Ergebnis zufrieden stellend: rechtes Auge 100 Prozent Sehkraft, linkes Auge -0,25 (kann sich noch verbessern)! Meine Freude sollte nicht lange anhalten....
Da stand so ein vertrauenswürdiger Taxifahrer am Wegesrand. Den hab ich gebeten, mich zu den CP Towers/ Eastin Hotel zu fahren. Als wir uns beide ins Auto gesetzt hatten, wusste ich "das war ein Fehler"! Was ich drauβen noch nicht bemerkt hatte, bekam ich im Taxi umso intensiver zu spüren: der Typ hatte sich seit mindestens 4 Wochen nicht gewaschen. Der stank!!!! Bähhhhhh! Soviel Schweiβ auf einem Haufen hab ich noch nie gerochen. Ich hätte mich fast übergeben. Also hab ich das Fenster heruntergekurbelt! Woraufhin der mich angemeckert hat - egal, soll ich etwa erstinken? als ich die CP Towers im Blick hatte, war ich heilfroh...nur noch wenige Sekunden und ich konnte das Taxi verlassen - FEHLANZEIGE!!!!
Trotz heftigen Gestikulierens meinerseits ist der einfach weiter geradeaus gefahren, anstatt links abzubiegen. Hab ihn dann total zusammengeschissen, worauf er so dreist war, mich immer wieder anzulachen und „Eastin Hotel. Hahaha.“ zu sagen. Ich wäre ihm am liebsten ins Gesicht gesprungen!
Ja nun kann man ja auf dem Highway nicht einfach nen U-Turn machen. Also immer geradeaus, kurz vor Bangsar umgelenkt und sich braf in den Stau gestellt. Am Ende hat die Fahrt statt 5 20 Minuten gedauert und mich einige RM mehr gekostet und das bei dem Gestank!!!!!!!!
Cheap-lah (9.05.2007)
Da Jeanette und ich am Samstag mit dem Bus in die Cameron Highlands wollen und noch das nötige Ticket brauchten, haben wir uns zum Busbahnhof Puduraya fahren lassen. Hier hatten wir die Qual der Wahl. Es gibt einen Ticketcounter neben dem anderen und man bekommt schnell das Gefühl auf einem Jahrmarkt zu sein. In Marktschreiermanier werben Typen mit Walki Talki um die Passagiere, stürmen auf sie zu und wollen, dass man an ihrem Counter kauft – natürlich zum besten Preis. Zum Glück hatte ich mich vorher im Internet erkundigt und wusste, zu welchem Schalter ich musste. Ansonsten wäre ich verloren gewesen oder hätte Stunden gebraucht. Nachdem wir unser VIP-Ticket in der Tasche hatten, sind wir durch die Straßen von China Town gelaufen und haben gehandelt wie die Zigeuner – man war das witzig. Am Ende weiß man gar nicht, wer hier wen über den Tisch zieht. Jedenfalls hab ich ne Pradatasche (natürlich echt!!!! ;0) und wasserabweisend. Hab ich natürlich gleich testen lassen. Der Verkäufer sollte seine Wasserflasche darüber ausleeren) für 13 EUR erstanden. Lacoste Parfume gab es für Jeanette und mich im Doppelpack für 7 EUR!
Sonntagspaziergang (6.05.2007)
Diesen Sonntag wollten wir ganz gemütlich durch einen Park schlendern. Nach langem Überlegen entschied ich mich gegen das Sommerkleid und die Absatzsandalen. Stattdessen zog ich mir legere Kleidung, Flip Flops an und warf mir lässig eine Handtasche über die Schulter. Etwas erstaunt war ich über die anderen: Turnschuhe, Rucksack! 5 Minuten später wusste ich, nicht die anderen sondern ich war unpassend gekleidet. Der Park entpuppte sich als Dschungel! Durch den Busch, vorbei an Lianen, riesigen Bäumen, über große Steine und umgefallene Bäume ging es stetig bergauf. Wildlife pur! Denn bald machten Marina, Judith und Jeanette Bekanntschaft mit den Urwaldbewohnern: 5 cm lange schwarze Blutegel hatten sich ihren Weg durch Schuhe und Socken gebahnt, sich an deren Beinen festgesaugt und blutige Spuren hinterlassen. Igitt, echt widerlich! Aber es sollte noch schlimmer kommen. Wir mussten dem „Canopy Walkway“ folgen: eine 200 Meter lange Hängebrücke, die im Wind oder unter dem Gewicht der Wanderer in 30 Meter Höhe hin und her schwankte. Wer mich und meine Höhenangst kennt, weiß, dass das genau das ist, was mir zu meinem Tagesglück fehlte! Doch alles Jammern half nichts, da musste ich durch! Todesmutig und den Verkehr aufhaltend bewegte ich mich über die wackligen Holzstege. Von der gigantischen Dschungelaussicht habe ich allerdings nichts mitbekommen. Den Blick in die Tiefe wollte ich nicht riskieren! Der Rückweg war dann easy und Flip Flop geeignet!
Kurztrip an die Ostküste (21.-22.04.2007)
Mit Ulli, Micki und Becci ging es dieses WE an die Ostküste Malaysias. Eigentlich wollten wir uns ne nette Hütte suchen, am Strand abchillen und Kuantan ansehen. Aber natürlich ist es mal wieder ganz anders gekommen.... Kuantan war der Abschaum schlechthin: einfallende Bretterhäuser, total dreckig etc. Also sind wir mal eben 10 Minuten die Flusspromenade entlang spaziert, haben in 5 Minuten die Staatsmoschee umrundet und sind dann weiter gen Norden gedüst.
In Cheratin wurde es nichts mit dem baden: dreistündige Suche nach einer Unterkunft - Fazit: alles ausgebucht!!!!!
Also sind wir noch einmal 20 km gefahren und schließlich in einem Luxus Golf- und Sparesort gelandet!!!!! Absoluter Hammer, aber eben doch einige Preisklassen höher als ursprünglich geplant. Den Sonntag haben wir dort jedenfalls genossen.
Millionen Lichter der Nacht (14.04.2007)
Nachdem ich den ganzen Samstag durch den Zoo Malaysias getigert bin (echt lohnenswert, vor allem die Tiershows!), bin ich mit Bernhard, Claire, John und Marina abends nach Kuala Selangor gefahren, um die „Fireflies“ („Glühwürmchen“) zu bewundern. Leider war die Fahrt dorthin sehr mühsam, weil halb Malaysia sich auf den Straßen breit machte und wir von einem Stau in den nächsten krochen… Doch zweieinhalb Stunden später hatten wir es endlich geschafft!
Nachdem wir an der Bootsanlegestelle Schwimmwesten angelegt bekommen hatten, fanden wir uns auch schon in einem kleinen Boot wieder. Leise (das Boot hatte keinen Motor, ein armer Kerl musste paddeln) glitten wir durch das Wasser. Wir mussten nicht lange warten, bis die Augen die ersten Lichter entdeckten. Eine Sinnestäuschung? Natürlich nicht. Es waren die versprochenen "natürlichen Lichterketten". Plötzlich sieht man sie überall, vor einem, neben einem, um einen herum. Kleine, winzig kleine Punkte: die Fireflies!!! Es sind nicht ein paar "Lämpchen", es müssen tausende, nein Millionen, leuchtender Punkte sein, die in den Bäumen am Flussufer umherfliegen und wie kitschige Tannenbaumbeleuchtung wirken. Mit anderen Worten: es war tierisch romantisch…
1a Sicht (12.4.2007)
Jedem Brillenträger ist sicherlich schon aufgefallen, dass eine Brille ihre Nachteile hat: Brillen beschlagen, lassen gut geschminkte Augen nicht zur Geltung kommen und rutschen… Wer schon mal mit seiner Brille auf dem Sofa eingeschlafen ist, wird sich spätestens beim Aufwachen über die „Brillenabdrücke“ im Gesicht und das verbogene Brillengestell geärgert haben. Lange Rede kurzer Sinn ich habe das Brilletragen satt!
Kai Ping, meine Mittagsbegleitung, hab ich von meinem Vorhaben mich lasern zu lassen, erzählt. Da sie jemanden bei Optimax kennt, hat sie gleich alles eingefädelt: zwei Tage später erhielt ich einige Infobroschüren und einen Termin zur Voruntersuchung.
Nachdem ich um 15.00 Uhr in der großen Praxis freundlich empfangen wurde, wurden die „üblichen“ Augenuntersuchungen die man vom Augenarzt kennt, durchgeführt: Sehschärfe und Augendruck messen, Hornhautverkrümmung (leicht vorhanden) feststellen, Kontrast-Erkennungs-Sehtest etc. Danach wurden mir brennende Augentropfen verabreicht und es folgten weitere Tests und Beratungsgespräche. Zweieinhalb Stunden später war der Spuk vorbei.
Am darauf folgenden Donnerstag saß ich mit ständig steigender Nervosität und in die Höhe schnellenden Blutdruck im Wartezimmer. Nachdem man mir mehrfach Augentropfen verabreicht hatte, wurde ich in den Vorbereitungsraum geführt, bekam ein Haarnetz für den Kopf und Schutztüten über die Füße gezogen. Dann ging es weiter in den OP Saal. Hier durfte ich es mir auf einer Art Liege bequem machen. Kurze Zeit später erhielt ich einen Aufkleber auf meine Augenbrauen (um Dreck zu verhindern) und eine Augenklammer die das (nun schon betäubte Auge) aufhielt. Dann wurde mir mit einem Laser die Hornhaut angeschnitten (bis nur noch ein Zipfel zum Aufklappen dran war). Beim Aufschneiden hört man nur ein leichtes Surren und merkt sonst nichts. Wenn der Laser ca. in der Mitte des Auges ist, sieht man kurzzeitig nichts mehr – ist komplett blind – voll gruselig! Nachdem die Hornhaut weggeklappt war, musste ich die Location wechseln. Auf der nächsten Liege sollte ich einen roten Punkt fixieren und mich um Gottes Willen ja nicht bewegen - das eigentliche Lasern begann: ein tak tak tak war für ca. 40 Sekunden zu hören und es roch plötzlich total brenzlig.
Danach desinfizierte der Arzt scheinbar die Oberfläche (mir wurde literweise H2O und Tropfen in die Augen geschüttet) und klappte anschließend die Hornhaut zurück. Nun noch einmal kurz „wie mit einem Pinsel“ an den Rändern des für mich unsichtbaren Schnittes alles angedrückt (unspürbar) und fertig. Alles in allem dauerte das Ganze vielleicht 15 Minuten.
Der erste Seheindruck war „nicht ganz berauschend“/ der „Aha-ich-kann-sehen-Effekt“ stellte sich nicht ein – lag an den Augentropfen. Nachdem ich meine schicke Sonnenbrille aufgesetzt hatte (sämtliche Lichtpunkte wirkten wie Flutscheinwerfer!), ließ ich mich von einem Taxifahrer nach Hause chauffieren.
Der eigentlich harte Part begann: tränende, juckende Augen, die ich unmöglich offen halten konnte. Der Abend kam schnell. Tropfen rein. Augenpads aufgeklebt und geschlafen. Am nächsten Morgen keine tränenden Augen, kein Brennen, kein irgendetwas. Es war der Wahnsinn. Den ganzen Tag über wie ein Schnitzel gefreut, dass alles locker erkennbar ist, was vorher nicht mal mit Brille ging. Jetzt kann ich endlich ins Schwimmbad gehen ohne die Leute über den Haufen zu rennen…
Formel 1 2007 – ich bin dabei!!!! (6.-7.04.2007)
Für sagenhafte 35 Euro hab ich dank Ulli eine Karte für das Formel 1 Wochenende in Sepang bekommen. Ist zwar nur ein Hillstand Ticket - dafür eines der besten: mit Dach überm Kopf. Und da Schumi sich genau zum falschen Zeitpunkt vom Acker gemacht hat, ist die Sicht ja eh egal.
Die Rennstrecke füllte sich ziemlich schnell. Trotzdem konnten wir noch ein paar gute Schattenplätze ergattern. Denn der Wettergott hatte es doch zu gut mit uns gemeint: blauer Himmel, kein Wölkchen, über 40 Grad! Der Schweiβ lief in Strömen – igitt.
Nach einer Fahrerparade und dem anschlieβenden Warm-up ging das Rennen um Punkt 15:00 Uhr los. Schon nach wenigen Runden war mir glasklar: besser sehen und verfolgen kann man das Rennen am Fernseher. Ich sah zwar die Rennwagen an mir vorbeizischen, hörte den Motorenlärm, aber von der aktuellen Führung hatte ich keinen Plan.
Höhenluft schnuppern (31.03.2007)
Am Samstag ging es ins Camp 5 zum „Schnupperklettern“. Weltklasse Anlage auf zwei Etagen! Erstaunlich, was dort auf die Beine gestellt wurde: verschiedenste Wände mit Top-Rope, Vorstieg und sogar Nachbildung einer Felswand.
In dem von uns gebuchten Kletterkurs haben Marina, Bernhard, Christina und ich die Grundlagen der Sicherungs- und Klettertechniken erlernt.
Danach sind wir dort flink wie die Äffchen die Wände empor gekraxelt und haben ein bisschen "rumgehangen".
Abends war dann Discobowlen mit Bernhard, Claire, Christian, Christina, John und Marina angesagt. Wir haben abwechselnd zu Techno oder Oldies gerockt und natürlich einen Strike nach dem anderen gemacht ;0)
Osterüberraschung (30.03.2007)
In der Erwartung mal wieder eine Stromrechnung vorzufinden, öffnete ich meinen Briefkasten. Doch es sollte viel, viel besser kommen: der deutsche Osterhase (alias Mutti, Uwe und Conny) hatte auch dieses Jahr wieder an mich gedacht und mir einen fetten Brief ans andere Ende der Welt geschickt. Inhalt: heiße Höschen und eine süße Osterkarte. Auf dieser stand geschrieben, dass der Osterhase dieses Jahr auf das Verstecken von Ostereier verzichten wird, um einer Salmonellenvergiftung vorzubeugen – grins! Noch mal ein großes Dankeschön und tausend Knutscher. Ich hab mich wie ein Schnitzel gefreut und mir gleich noch zur Feier des Tages einen Schokoladenhasen gegönnt.

Yoga (29.03.2007)
Gestern sind Becci und ich zum Hot Yoga gegangen. Als wäre es in Malaysia nicht schon heiβ genug, wird der Raum noch zusätzlich aufgeheizt, wodurch man das absolute Schwitzerlebnis erfährt. Fotos von diversen Yogaverrenkungen und aktivierten Schweiβdrüsen kann ich leider nicht liefern – die Hitze hätte meine Camera nicht überlebt!
Pub quiz in The Orange (27.03.2007)
Am Dienstag hat sich das Chicken Curry Team bestehend aus Marina, Bernhard, John, Eva, Judith, Jürgen und meine Wenigkeit in „The Orange“ begeben, um dort sein Wissen unter Beweis zu stellen. Um 21 Uhr ging es los und dann wurden wir auch schon mit Fragen zum Islam, Geografie, Film etc. bombardiert.... mit soviel Intelligenz hatte ich allerdings nicht gerechnet. Nach nur 5 Minuten war mir klar, dass ich eigentlich nichts weiβ! Fragen zum Thema kochen, backen und gut aussehen ;0) wären mir lieber gewesen! Fazit: ob man hier alles essen kann, hab ich nicht getestet (das Omelette war lecker), alles wissen kann man auf jeden Fall nicht! Für jedes Pubquiz sollte ein Team von ca. 5 Leuten gegründet werden, unter denen sich ein Historiker, Filmfan der vergangenen sieben Jahrzehnte und ein Geograph befinden – denn das sind die unerschöpflichen Themen, die den meisten Fragenstoff bieten!
Handwerkerfrust und Roof Top Party (24.03.2007)
Dieses Wochenende hab ich zur Abwechslung mal Heimaturlaub gemacht: Budenzauber betrieben, den Pool erobert …. und stundenlang auf meinen Vermieter und die Handwerker gewartet.! Das man in Malaysia geduldig sein muss, dass weiß ich ja mittlerweile, aber das hat echt alles getoppt (drei Stunden warten ohne das jemand aufkreuzt, zwischenzeitlicher Telefonterror meinerseits – doch leider nur die Mailbox erwischt, nach 3 Stunden die erste sms erhalten: werde evtl. am Montag mal vorbeikommen…)!!! Ich war stinkesauer!! Und wie verschafft frau sich am besten Luft? Rischtisch: bei einem Gläslein ;0) Also bin ich losgezogen, hab mich mit Marina, Kerstin und Dan auf nen Drink getroffen. Anschließend ging es weiter zur Roof Top Party von Ayse, Felix und Dorothee. Auf der Dachterrasse im 34. Stock hatten wir nicht nur eine super Aussicht, sondern auch dt. Partysnacks: Kartoffel-, Nudelsalat, Salzgebäck etc. Da die Musik nicht schlecht und die Leute super gut drauf waren, haben wir es hier bis vier Uhr morgens ausgehalten. Danach haben wir die Wohnung eines Australiers gestürmt und auf dessen Balkon feuchtfröhlich weitergefeiert (inklusive gegenseitiger Alkoholduschen!!!! Man oh man waren wir betrunken!). Leider hat uns der Australier nach einer Stunde nicht mehr ertragen können. Also sind wir mit zwei Franzosen und Dorothee ins nächster Hawker Center und haben dort Fußball geschaut: Portugal gegen sonst wen… hab leider alles vergessen… nur die sonntäglichen Kopfschmerzen, trockener Mund (Brand!!!) sowie Dauerschwindelgefühl haben an die Party erinnert.
Sing a song! (23.03.2007)
Wie überall in Asien ist Karaoke auch in Malaysia eine beliebte Abendunterhaltung! Daher lieβen auch wir uns eine Karaoke-Nacht nicht entgehen! Also haben Ulli, Becci, Micky, deren dresdner Besuch und ich eine der zahlreichen Kabinen in der „Red Box“ erobert. Singend verbrachten wir einen lustigen Abend mit ABBA, Thake That, den Sugar Babes und vielen mehr!
Spiderman is back
Der französische “Spiderman” Alain Robert hat es wieder versucht. Auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem ersten Versuch an den Petronas Towers hochzuklettern wagte der Abenteurer einen zweiten Aufstieg. Freihändig und ganz ohne Sicherung schaffte er es bis zum 60. Stock, wo ihn die Feuerwehr zum Aufgeben überredet hat. Zwischendurch hat der Franzose an verschiedenen Stockwerken Rast eingelegt, mit der malaysischen Fahne gewedelt oder auch mit seinem Handy telefoniert. Nebenbei hat er auch noch ein kleines Verkehrschaos verursacht. Viele Schaulustige auf der Jalan Ampang sind verdutzt langsam gefahren um den Waghalsigen zu beobachten. Dieser ist anscheinend im Nullkommanix an der Stahlaußenwand vorangekommen. Innerhalb von 20 Minuten war der 44-Jährige, der angeblich von seinen eigenen Fans angefeuert wurde, am 20. Stockwerk angelangt. Bevor er aufgab, trank er noch genüsslich eine Limonade. Als er abgeführt und durch die Redaktion von Al-Jazeera (sind zufälligerweise in den Petronas Towers 2 im 60. Stock untergebracht) geleitet wurde, bekam er von den anwesenden Journalisten Applaus. Nun drohen dem Weltenbummler, der auch schon den Eiffelturm, den Searstower und das Empire State Building erklommen hat, eine Strafe von 2000 RM (400 Euro) und ein Jahr Gefängnis, oder Beides.
Ausflug nach Melacca (18.3.2007)
Das Ziel war dieses Mal Malakka - die älteste Stadt Malaysias. Den geographisch Bewanderten unter uns eventuell bekannt wegen der Straße von Malacca, einer Meeresenge zwischen Malaysia und Indonesien. Malakka selber ist eine kleine, von verschiedenen Kulturen geprägte Stadt. Abwechselnd wurden neben Indonesiern, Malaien und Chinesen, Portugiesen, Briten und Holländer von dem "reichsten Hafen der Welt" angezogen. Und genau diese Geschichte sieht man der Stadt an: im historischen Zentrum befinden sich rote dänische Gebäude, deren Bestandteile hauptsächlich aus Holland stammen. Auf dem Paulshügel steht eine Ruine der von den Portugiesen 1521 erbauten Paulskirche. Wir haben uns alles fleißig angeschaut und sind anschließend trotz unerträglicher Hitze noch durch China Town geschlendert ... auf dem Rückweg haben wir im zum Himmel stinkenden Melakkafluss zwei mindestens 1 Meter lange Warane entdeckt, die sich gemütlich durch das Wasser treiben ließen.
Gamblers´paradise: Genting Highlands (17.3.2007)
Etwa 50 km nordöstlich von K.L. wartet im kühlen Hochland eine künstliche Freizeitwelt auf Zocker und Achterbahnfahrer: die Genting Highlands (http://www.genting.com.my/). Ein Erholungsort, der vom einzigen legalen Spielcasino Malaysias lebt (daher der Spitzname: Las Vegas von Malaysia). Hier im Hochland kann die Temperatur bis auf 13 Grad sinken, was einem, der beständige 29 Grad gewöhnt ist, als Eiseskälte erscheint. Doch wir sind nicht hierher gefahren, um die saubere Luft des Hochlandes zu genießen. Uns Spielsüchtigen treibt es in verrauchte Roulette- und Black Jack-Salons, über deren Eingang ein Schild darauf hinweist, dass es Muslimen verboten ist, ihr Glück hier zu versuchen…Zum Millionär sind wir hier leider nicht geworden. Stattdessen haben wir etwas Geld verzockt, eine Zaubershow angesehen und uns unsere Zeit in den Themenparks vertrieben.
Groβschmusetag (11.3.2007)
Am Sonntag waren wir im Elephant Sanctuary nahe des schönen Dorfes Lanchang etwa 90 min Fahrzeit von Kuala Lumpur entfernt. Dort konnten wir uns dann drei Stunden mit Reiten, Streicheln, Bestaunen etc. elefantentechnisch austoben. Der Höhepunkt war allerdings das Baden mit den Elefanten. Von so einer Art Hochstand haben wir uns auf den riesigen, dicken Elefanten gesetzt. Blöderweise hatte ich Kinder vor mir sitzen, an denen ich mich nicht richtig festhalten konnte – war eine sehr wacklige Angelegenheit und ich drohte schon von anfang an ins Wasser zu plumsen. Dann hat sich der Dumbo langsam ins etwas tiefere H2O begeben... und ohne Vorwahrnung einfach zur Seite fallen lassen. Es war wie auf ner Rutsche!
Bei den Haien…
Na ja, ich bin ja nicht gerade der erste, der Sehenswürdigkeiten anschaut. Aber zu meiner Verteidigung: ich habe mir fest vorgenommen, einmal im Monat etwas anderes anzusehen. Diesen Samstag, 24.2., verschaffte ich mir für 38 Ringgit Eintritt...ins Aquarium vom Convention Center (beim KLCC). Außer einigen bunten Fischen kann man hier auch Schlangen, Spinnen, Tausendfüssler... und andere "nette" Tieren bewundern. Der Höhepunkt dieses Aquariums stellt allerdings der Weg durch das Riesenaquarium dar. Man läuft durch eine Art Röhrentunnel, während neben oder über einem teilweise recht große Haie und Rochen schwimmen. Ein paar Haie zeigten mir von oben ihr furcht einflößendes Gebiss, wovon ich definitiv nicht angeknabbert werden will...  Also sicherlich ein lohnendes Erlebnis für alle diejenigen, die Fische gerne mal aus der Nähe anschauen wollen und keine Lust aufs Tauchen haben (oder zu viel Schiss….). und das beste ist, man wird nicht einmal nass, wenn man das bunte Leben unter Wasser betrachtet
Arbeit ist nur das halbe Leben…
Da ich grade eine kleine Pause vom Organisieren, Infogesprächen und sonstigem habe, dachte ich mir, schreib ich doch einfach mal, wie meine ersten Arbeitstage so waren. Tja, eigentlich musste ich bis jetzt noch nicht wirklich arbeiten! Ich war zwar vom ersten Tag an im Besitz eines Notebooks, aber es hat nicht funktioniert…. Also haben wir erstmal fleißig Zugangsrechte, Kennungen etc. beantragt… Dementsprechend hatte ich Zeit im Überfluss, um meinen Boss (voll nett, sympathisch und obendrein auch noch witzig) kennen zulernen und sämtliche Nokia-Siemens Newsletter durchzulesen. Nachdem ich drei Tage später (es wurde ja langsam mal Zeit, weil es drohte langweilig zu werden) endlich alle Zugangsrechte hatte, konnte ich loslegen: der Download von SAP Reports und Forecastberichten sowie die Pflege von Exceltabellen standen jetzt auf der Tagesordnung. Na ja, ich wusste zwar, dass das Controlling & Reporting nicht zu den spannendsten Dingen der Welt zählen, aber… abwarten und Tee Thekla (Tee mit ganz viel Zucker und Milch - voll lecker!) trinken. Photos von meinem Arbeitsplatz werde ich nachliefern. Nur soviel: klein und nicht fein. Ich hab das letzte Eckchen in einem Miniwürfel bekommen. Der dt. Arbeitsplatzsicherheitsdienst würde hier garantiert Einspruch erheben. Aber zumindest hab ich nen Stuhl, einen Mülleimer und 40 cm Tisch (alles sehr alt – zählt aber noch nicht zu antik)! Wenn ich mir das ganze so durchlese, erscheint der Bericht ziemlich negativ. Ich sollte ihn vielleicht noch a bissl aufpeppen: also meine Kolleginnen (ja, ich arbeite nur mit Frauen zusammen) scheinen alle super nett zu sein. Ich werde jeden morgen mit malayischen Leckereien und freundlichen Gesprächen oder Ratschlägen verwöhnt…Kaffee, Tee und 1 Portion Obst pro Tag sind kostenlos.
Streiftour durch KL
Nach einem ausführlichen Frühstück fahren Ulli und ich ins Zentrum von KL. Schon von weiten können wir sie sehen - die „Petronas Towers“. Die architektonisch sehenswerten „Zwillingstürme“ schießen in die Höhe und verschwinden im Blau des Himmels. Sie gehören mit 452 Metern und 88 Stockwerken zu den höchsten Türmen der Welt. Die Kulisse ist beeindruckend, die Glasfassaden blitzen in den Sonnenstrahlen um die Wette. Bei ca. 30° Grad und gefühlsmäßig 100 Prozent Luftfeuchtigkeit genießen wir den Ausblick auf die beiden höchsten Türme der Welt. Als nächstes Ausflugsziel steht China Town auf dem Plan. Schnell mit einem Taxi-Fahrer den Preis ausgehandelt..Spaeter lassen wir uns beim Central Market absetzen. In der engen Straße drängen sich die Geschäfte. Hier kann man alles kaufen und noch ein bisschen mehr: von Kitsch über „no label“ bis imitierter Designer-Kleidung werden hier angeboten. Und das natürlich „cheapcheap-lah! All original good copy! :-) Handelt man wie die Zigeuner kann man einen Spottpreis erzielen.  Zu Fuß marschieren wir in Richtung der Nationalen Mosche. Dabei merken wir schnell, dass die Bürgersteige und die bis zu 6 Spuren breiten Straßen nicht für Fußgänger ausgelegt sind. Einige Minuten später erblicken wir einen Prachtbau asiatischer Prägung. Ich denke an einen Palast, der irgendeinem reichen Malayen gehören könnte. Nein, es ist schlicht der Bahnhof von Kuala Lumpur, der hier in keinster Weise an die Tristess deutscher Eisenbahn-Stationen erinnert. Beeindruckend. Wesentlich schlichter, aber nicht wenig modern, sieht da die „Masjid Negara“, die „National Mosque“ aus. Die größte Moschee Malaysias ist extrem weitläufig, unzählige Säulen säumen den Weg der Gläubigen. Bei unserer nächsten Station wird mir nun endgültig klar, weshalb Kuala Lumpur auch „Gartenstadt der wunderbaren Lichter“ genannt wird. Die „Kuala Lumpur Lake Gardens“ sind ein einziges 70 Hektar großes Paradies aus tropischer Vegetation mit enormer Pflanzenvielfalt. Eine kleine, oder doch eher große Oase in der Hektik der Millionen-Metropole.
Auf Wohnungssuche
Um 10 Uhr hatte ich einen Termin mit meinem Makler. Die ersten Condominiums, die er mir zeigte waren zwischen lala und geht so. Allerdings lagen sie am ADW: die Surroundings waren also nicht wirklich super – oft keine Shops in unmittelbarer Nähe oder Leben auf einer Baustelle. Dafür waren fast alle riesig. Platz ist eben doch nicht alles... Dann aber doch noch ein Lichtblick: Wir sind nach Bangsar gefahren. Dieser Stadtteil liegt zwischen Petaling Jaya (Siemensstandort) und KL. Hier wurden mir zwei Studios im Condo Tivoli Villas gezeigt. Die beiden Apartments waren echt sehr nett, nur eben wirklich kleiner als der Rest. Ich schätze 35 – max. 40 Quadratmeter. Dafür ist hier alles um die Ecke: Shops, Grocery, Restaurant, Starbucks, etc. Das Apartment, für das ich mich schließlich entschieden habe, ist noch nicht eingerichtet, d.h. dass ich neue Möbel bekomme, die ich mir selber aussuchen darf! Prima – also ist die Wohnungsfrage jetzt auch schon vom Tisch. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht! Fotos werden dann mit dem Einzug nachgereicht.
Kristinas lange Reise
„Selamat Datang“: Ein herzliches Willkommen in Kuala Lumpur, der Gartenstadt der wunderbaren Lichter! Was Enrique Iglesias in seinem Song „Rhythm Divine“(„All the way to Kuala Lumpur. I will follow you wherever you may be“) besungen hat, möchte ich nun selbst erleben. Ich reise in diese beeindruckende Stadt, die Hauptstadt Malaysias. Los geht es am Donnerstag, den 1.Februar. Christoph begleitet mich zum Berliner Flughafen Tegel. Mit einem fetten Königsberger Klops im Hals verabschieden wir uns. Es geht erst nach Amsterdam und von dort aus auf direktem Weg nach K.L. Viele Stunden später komme ich endlich, endlich, endlich am anderen Ende der Welt an. Nachdem ich meine Siebensachen vom Gepäckband eingesammelt hab, begebe ich mich in die Eingangshalle des Internationalen Flughafens. Hier wird mir schon mein Name von einem Malayen entgegen geschrien, der hektisch mit einem Pappschild wedelt, auf dem das Eastin Hotel (meine Bleibe für die ersten zwei Wochen in Malaysia) vermerkt ist. Er geleitet mich zu seinem nicht gerade vertrauenseinflößenden Proton. Schade, in einer email hieß es, man würde mich mit einer Limousine abholen… Na ja, auch der Proton hat nach 30 Minuten den Weg gefunden….Zuvorkommend halten Portiers die Tür auf und hiefen mein 25 Kilo schweres Gepäck in den Fahrstuhl. Im 12. Stock erwartet mich dann ein nett eingerichtetes Doppelzimmer. Nach nem kurzen Check stelle ich zufrieden fest, dass sowohl Warmwasser als auch die Klimaanlage funktionieren. Einer Dusche steht also nichts mehr im Wege...
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