Der Bernstein ist sehr weich und kann mit einer Kupfermünze oberflächlich angeritzt werden. Er hat eine Moshärte von 2 bis 2,5 und ist nur wenig schwerer in seiner Dichte, als Wasser. Daher geht es in Süßwasser unter, schwimmt aber im gesättigten Salzwasser. Bei Sturm, wenn der Meeresboden aufgewühlt wird, wird auch der Bernstein freigespült und schwimmt auf, so dass er an den Strand treiben kann. Deshalb wird auch an Nord- und Ostsee soviel Bernstein gefunden. Er hat einen Schmelzbereich von 170–200 °C und wird weich und formbar. Bernstein schmilzt oberhalb von 300 °C und zersetzt sich dabei.
Der kann durch Reiben an textilem Gewebe (Baumwolle, Seide) oder Wolle elektrostatisch aufgeladen werden. Dadurch erhält Bernstein eine negative Ladung, das heißt, er nimmt Elektronen auf. Das Reibmaterial erhält eine positive Ladung durch Abgabe von Elektronen. Man bezeichnet diese Aufladung auch als Reibungselektrizität. Diese Eigenschaft kann als zerstörungsfreier, wenn auch - gerade bei fummeligen kleineren Stücken nicht immer einfach durchzuführender - Echtheitstest verwendet werden: Der aufgeladene Bernstein zieht kleine Papierschnipsel, Stofffasern oder Wollfussel an. Dieser Effekt war bereits in der Antike bekannt und wurde benutzt, um den Bernstein zu testen.
Unter UV-Bestrahlung (Wellenlänge 320–380 nm) leuchtet der Bernstein in unverwittertem oder frisch angeschliffenen Zustand blau während er in verwittertem Zustand in einem matten Olivgrün leuchtet. Der Bernstein glänzt, wenn er fettig ist, nass wird oder poliert ist, denn er hat eine hohe Lichtbrechung und lässt bei "Steinen bis zu 10 mm Dicke die Röntgenstrahlung fast ohne Verlust durch. Das sind ebenfalls weitere Aspekte, den Bernstein zu prüfen.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Bernstein bei UV-Einstrahlung und an der Luft verwittert, denn der Bernstein besteht aus bis zu 67 – 81 % aus Kohlenstoff, der Rest besteht aus Wasserstoff und Sauerstoff sowie manchmal etwas Schwefel (1 %), sowie die Bestandteile der Einlagerungen. So kann er auch bei völliger Trockenheit feinste Risse bekommen und die Oberfläche wird bröckelig. Dies kann einen Bernstein schon zerstören. Deshalb ist es auch gut, ihn in einen feuchteren Raum zu lagern. Auch sollte der Kontakt mit Ether, Schwefelsäure oder Azeton gemieden werden, auch wenn der Naturbernstein etwas robuster ist, als Kopal, Pressbernstein und Kunstbernstein aus Kunstharz. Diese werden leicht schmierig und matt.
Der größte Fundort ist der osteuropäische Raum und der Baltische Bernstein (Succinit) ist vor etwa 4o - 50 Millionen Jahren aus dem Harz der Bernsteinkiefer entstanden und eignet sich besonders gut zur Schmuckherstellung. Jatarny war bislang das größte Fundgebiet, gefolgt von Bitterfeld. Auch war die gleichbleibende Qualität für seine Beliebtheit wesentlich verantwortlich. Hier waren wohl die größten Kiefernbestände. Mittlerweile sind viele Gebiete abgeräumt und Gruben geschlossen, was zu einer drastischen Verteuerung führte, denn die Nachfrage wächst ständig, während die Fundorte immer weniger werden. Besonders hoch ist derzeit die Nachfrage in den arabischen Ländern.
Auch wurden in der ehemaligen DDR der Bernstein systematisch abgeräumt und hatte von da her nicht mehr die Qualität, um ihn zu Schmuck zu verarbeiten. Dieser wurde dann von China aufgekauft, um die Räucherware zu fertigen.
Weitere Fundorte sind in Ungarn, der Slowakei, am Schwarzmeer, der Ukraine, Rumänien und Tschechien, sowie Bulgarien. Aber auch bei Jütland, an der dänischen Küste, in Mecklenburg-Vorpommern wird Bernstein gefunden. Im Binnenland fand man zwischen Berlin und Eberswalde auch größere Mengen, die aber auch allesamt erschöpft sind. Selbst in der Schweiz und Österreich fand man den Alpen-Bernstein. Er ist etwa 55 – 200 Millionen Jahre alt, und aus Golling etwa 225 – 231 Millionen Jahre. Zudem gibt es in Frankreich und Spanien Bernstein . Bernstein kommt im Kantabrikum bei Bilbao (Spanien) in jurassischen Schichten vor und ist etwa 140 Millionen Jahre alt. Der Sizilianische Bernstein (Simetit) ist hingegen mit 10 – 20 Millionen Jahren noch sehr jung.
Den Kopal findet man an den Küstenländern Ost- und Westafrikas, vor allem aber auf Madagaskar. Dieser Madagaskar-Bernstein ist allerdings erst 1.000 – 100.000 Jahre jung und besteht aus dem erstarrten Harz der Bernsteinpinie. In Nigeria findet sich auch Bernstein, der etwa 60 Millionen Jahre alt ist. Der begehrte Bernstein aus der Dominikanische Republik ist der bekannteste Bernstein aus Amerika. Er ist vor 40 Millionen Jahren aus dem Laubbaum Algarrobo (Prosopis pallida - Hymenaea - Jatoba) entstanden und durch seine Klarheit und seinen Reichtum an fossilen Einschlüssen sehr gefragt . Von dort kommt auch der seltene „Blaue Bernstein“, dessen „Farbe“ auf fluoreszierende Moleküle zurückzuführen ist was möglicherweise durch das nachträgliche Erwärmen durch vulkanische Aktivität entstand.
Auch in Asien findet man, vor allem im Vorderen Orient und in Myanmar (früheres Birma/Burma), Bernstein und Libanon-Bernstein ist vor etwa 130 – 135 Millionen Jahre entstanden und der Burma-Bernstein (Burmit) ist so um die 50 Millionen Jahre alt.
Neuseeland und auf Borneo sind Fundorte für den Sawak-Bernstein. Diese sind etwa 20 – 60, teilweise 70 – 100 Millionen Jahre alt.
Die ältesten Bernsteine sind aus der Zeit des Devon und sind etwa 400 Millionen Jahre alt.
Der wohl bedeutendste Bernstein wird an den Küsten der Nord- und Ostsee gefunden. Es ist der Baltische Bernstein, der auch am besten erforscht ist. Er entstand hauptsächlich vor rund 40 bis 50 Millionen Jahren im heutigen Finnland und im mittleren Schweden. Damals erstrecken sich riesige Wälder mit "Bernsteinkiefern" von West nach Ost und auch die Küsten verliefen anders. So war Norddeutschland bis Hannover und auch Südschweden noch von der Nordsee bedeckt und Polen war noch mit Norwegen verbunden. Die Ostsee gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Der Succinit-Bernstein stammt aus den dortigen Kiefern (Pinus succinifera) , deren Rinde beschädigt wurde. Das Baumharz trat aus und trocknette aus, bis es gänzlich erhärtete. Diese riesigen Kiefernwälder versanken dann vor rund 40 bis 50 Millionen Jahren aufgrund eines Klimawandels in den dort entstandenen Sümpfen. Durch den ansteigenden Meeresspiegel würden die Sümpfe aufgewühlt, schwemmten das Harz heraus und lagerten es an anderen Stellen wieder ab. Durch die besonders stake Strömung wurden so riesige Mengen in die damalige Bucht von der Samlandküste bis zum heutigen Danzig gespült. Dort wurde das Harz von einer Mischung aus Sand, Gestein und einer Tonerde überlagert, die sich durch diese Sedimente zu einer "Blauen Erde" verdichtete. Durch diese Prozesse entstand die Braunkohle, die das eingeschlossene Harz enthielt, welches unter Luftabschluss und den sehr hohen Druck "entwässert" wurde und durch die Oxidation der Kohlenstoffmoleküle bildete sich langsam der Bernstein.
Durch die letzen drei Eiszeiten in den letzen Millionen Jahren wurden dann Ablagerungen, Gesteine und auch der Bernstein durch die wanderenden Gletscher über das heutige Ostseebecken bis nach Norddeutschland geschoben.
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