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Politik und Tierrechte

 

 

ÖDP kritisiert verfehlte Tierschutzpolitik und macht eigene Vorschläge

Der Kreisverband LeerPapenburg der ÖDP nimmt den Welttierschutztag am 4. Okt. zum Anlass, um die verfehlte Tierschutzpolitik in Deutschland scharf zu kritisieren und erste eigene Tierschutzvorschläge für die Kreisebene ins Spiel zu bringen.

"Das Leid der Tiere muss der etablierten Politik völlig egal sein. Anders ist die chronische Untätigkeit in diesem Bereich nicht zu erklären. Das wollen wir so nicht mehr hinnehmen" gibt sich Carsten Molitor, stellvertretender Kreisvorsitzender der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) LeerPapenburg, kämpferisch.

01.10.2009 - Der 4. Oktober ist der Gedenktag des "Heiligen Franziskus von Assisi". Er ist der Schutzpatron der Tiere, die er als Brüder des Menschen sah. Dieser Tag ist daher zum Anlass zu nehmen, um auf das Leid und die Rechte der Tiere aufmerksam zu machen.

Egal ob Jagd, Tierversuche, Massentierhaltung, Walfang, Nutztiertransporte oder Käfighaltung. Die Liste der Verfehlungen der Politik sei viel zu lang, um alle Punkte zu benennen, meint Molitor. Seit Gründung der ÖDP sei das Thema "Tierschutz" ein Schwerpunkt in der politischen Ausrichtung. Es sei an der Zeit, diesem noch intensiver gerecht zu werden. Im Kreisgebiet werde man sich beispielsweise für eine geförderte Wildtierauffangstation einsetzen. Zudem sähe man gerne eine Naturschutzstation nach Auricher Vorbild, in welcher man speziell auf Bildungsangebote für Schulklassen, aber auch für Erwachsene, setzen möchte.

Die Linke fordert:

1. ein vollständiges Verbot des Mitführens und Haltens nichtdomestizierter Tiere in Zirkussen

2. die Änderung der Zirkusleitrichtlinie

3. die Überarbeitung des Säugetiergutachtens von 1996

 

Die Grünen wollen ein neues Tierschutzgesetz:

http://www.gruene-bundestag.de/cms/publikationen/dokbin/285/285954.reader_tierschutz_neu_denken_entwurf_ein.pdf

ÖDP kritisiert EU-Beratungen zur Neufassung der Tierversuchsrichtlinie

Pressemitteilung 09.05.09

"Das EU-Parlament lässt sich zum Handlang

er der milliardenschweren Tierversuchslobby machen. Der Versuch, die mehr als zwanzig Jahre alte Tierversuchsrichtlinie zu verbessern, droht kläglich zu scheitern. Strengere Richtlinien behindern den medizinischen Fortschritt keineswegs", so Carsten Molitor, Europawahlkandidat der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP)

Die Richtlinie aus dem Jahr 1986 regelt Tierversuche in der EU und legt den Standard fest, welcher in nationales Recht übertragen werden muss. Derzeit finden Beratungen darüber statt, wie die alten Regelungen novelliert werden sollen. Heutzutage sind bereits 80 % der nationalen Gesetze Umsetzungen aus Brüssel. Unter dem Gesichtspunkt kommt den Beratungen dort erhebliches Gewicht zu.

"Es ist ungeheuerlich, dass es in der Neufassung der Richtlinie keinerlei konkrete Strategie gibt, um einen Ausstieg aus den Tierversuchen zu ermöglichen. Selbst der Fang von Tieren aus der freien Wildbahn zur Verwendung in Versuchslaboren wird nicht unterbunden", empört sich Carsten Molitor.

In Deutschland gibt es beispielsweise massive Proteste gegen die Versuche mit Affen in Bremen. Dort ist der Streit zwischen Senat und der Uni, die mit allen Mitteln an den Affenversuchen festhalten möchte, bereits eskaliert.

"Für mich ist es unbegreiflich, wieso EU-Parlamentarier es versäumen, hier zeitgemäße Regelungen zu finden. Sicherlich ist der Lobbydruck gewaltig, aber das Gewissen sollte jedem verbieten, eher Verschlechterungen zu beschliessen, welche Millionen von Tieren leiden lassen werden. Heutzutage sind wir technisch so weit, dass ein Ausstieg aus den qualvollen Experimenten mit Tieren schrittweise möglich ist", so der ÖDP-Kandidat abschliessend.

Verbot von genmanipuliertem Maisanbau in Deutschland

Agrarministerin Ilse Aigner verbietet am 14.04.09 den Anbau von genmanipuliertem Mais MON 810 in Deutschland.

PRESSEMITTEILUNG

ÖDP begrüßt Genmais-Verbot

"Die ÖDP steht seit jeher an der Seite der Gentechnikkritiker und Naturschutzverbände. Das nun ausgesprochene Verbot gegen die genmanipulierte Maissorte MON 810 ist ein ermutigendes Signal hin zu dem Ziel einer gentechnikfreien Landwirtschaft", äußert sich Carsten Molitor, Kreisbeauftragter der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) im Landkreis Leer.

14.04.09 Die Debatte rund um die Gentechnik in Nahrungsmitteln wird die Einzelentscheidung von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner nicht beenden. Noch ist die Förderung der Genmanipulation erklärtes Ziel in vielen Koalitionsverträgen auf Bundesebene. Nicht nur FDP und CDU schwärmen seit Jahren von den sich ergebenden Chancen der Genmanipulation, sondern auch SPD und Grüne haben durch ihre schwammige Haltung den Maisanbau begünstigt.

"Erst wenn die Gentechnikfreiheit den Weg in EU-Verträge und Landesverfassungen findet, kann man aufatmen. Das erklärte Ziel muss ein Fortschritt im Einklang mit der Natur sein. Selbst wenn die Maissorte MON 810 in Niedersachsen und Ostfriesland  noch keine große Rolle gespielt hat, so hat man hier präventiv ein richtiges Zeichen gesetzt. Auf den ersten Schritt in die richtige Richtung müssen nun schnellstmöglich weitere folgen", so Carsten Molitor abschließend.

Wahlen 2009

2005 waren alle Parteien zu Tierschutzthemen in ihrem Wahlprogramm befragt worden (auf dieser Seite ganz unten).

Ab 2009 zieht jetzt auch die ödp (ökologisch-demokratische-partei) für die Wahlen 2009 und 2011 ins Rennen. Die Aussagen aus dem Parteiprogramm zum Thema Tierschutz:

- STAATSZIEL TIERSCHUTZ

Der Mensch hat kein Recht, die Arg- u. Wehrlosigkeit seiner Mitgeschöpfe auszunutzen. Es gibt keine ethische Rechtfertigung, Tiere einfach zu "verbrauchen", zu "produzieren", gentechnisch zu verändern oder zu misshandeln. Tiere haben einen eigenen Rechtsstatus als Lebewesen. Tierquälerei schärfer als bisher bestrafen.

- VERBANDSKLAGE

Die ödp fordert ein Verbandsklagerecht für die Tierschutzverbände auf Landes- u. Bundesebene.

- FÖRDERUNG VON ALTERNATIVEN ZU TIERVERSUCHEN

Die ödp fordert eigene Lehrstühle, wie es ihn in Konstanz seit 2006 gibt, zur Entwicklung von Alternativen zum Tierversuch. Ferner will die ödp nach dem Vorbild der Universität Marburg, Tierversuche durch ausgefeilte Computerprogramme, das "virtuelle Labor", ersetzen. Tierversuche dürfen nicht mehr durch Steuergelder gefördert werden.

- AUSWEITUNG DER TIERVERUCHE IN DER EU

Verbot aller physischen und psychisch quälerischen und leidvollen Experimente an und mit Tieren. Tiere wirksam zu schützen, muss ein anerkannter Teil der Kulturordnung eines vereinten Europa werden. Tierschutz darf nicht an nationalen Grenzen enden.

- LANDWIRTSCHAFTLICHE TIERHALTUNG

In der von der ödp vertretenen ökologischen Landwirtschaft wird auf artgerechte Haltung aller Nutztiere besonderer Wert gelegt. Sie fordern, Landwirten, die auf die ökologische Landwirtschaft umstellen, in den ersten beiden Jahren eine höhere Förderung zukommen zu lassen. Außerdem setzt die ödp auf eine generelle Kennzeichnungspflicht, so dass bei jedem Produkt erkannt werden kann, aus welcher Haltung es stammt.

- AUSSTIEG AUS DER KÄFIGHALTUNG/LEGEBATTERIE

Die ödp fordert die Abschaffung der Massentierhaltung. Flächengebundene Nutztierhaltung unter artgemäßen und verhaltensgerechten Bedingungen, d. h. z. B. auch ohne gentechnische Manipulation zur Steigerung der Leistung oder Veränderung der Arten.

- TIERTRANSPORT

Die ödp fordert, Lebendtiertransporte weiter als 100 km (bzw. 2 Stunden Fahrzeit) zu verbieten.

- HEIMTIERBEREICH

Die ödp fordert ein Heimtiergesetz, dass die Haltung, Ausbildung, Zucht und Handel von Heimtieren (Kleintieren, Exoten und Wildtieren) reglementiert. Tiere sind Mitgeschöpfe und keine seelenlose Ware.

- FÖRDERUNG DES EHRENAMTLICHEN TIERSCHUTZES

Wesentlich bessere finanzielle und materielle Unterstützung von Tierheimtieren. Da Tiere ihre Interessen nicht selbst vertreten können, müssen Bund, Länder und Kommunen qualifizierte und unabhängige Tierschutzbeauftragte bzw. Tierschutzbeiräte, sofern nicht bereits geschehen, mit dieser Aufgabe betrauen. ( http://www.oedp.de )

 

 

November 2008: Ilse Aigner wird Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Der Koalitionsvertrag der rot-grünen Minderheitsregierung in Hessen beinhaltet die Förderung einer Stiftungsprofessur für Ersatzverfahren zum Tierversuch und die Prüfung der Tierschutzverbandsklage.

www.spdhessen.de = Koalitionsvertrag S. 44, 45 u. 39.

 

Bonn (dpa) 29.01.08- Massentierhaltung schadet Klima

Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO steuerten die Viehbestände - zusammen mit veränderter Landnutzung - bereits 18 Prozent des weltweiten Treibhausgas-Ausstosses bei. "Wir brauchen eine deutliche Reduzierung der Viehbestände in Agrarfabriken", forderte der Generalsekretär des Deutschen Naturschutzringes (DNR), Helmut Röscheisen, am Dienstag in Bonn. Die Politik müsse die Landwirtschaft in die Klimadebatte einbeziehen. Auch der Verbraucher könne seinen Beitrag leisten, indem er bewusst weniger Fleisch esse oder zu Bio-Ware greife.

Nach FAO-Zahlen steige der Fleischkonsum weltweit drastisch an, sagte Röscheisen. Pro Kopf sei die verzehrte Fleischmenge zwischen 1970 und 2002 von 11 auf 29 Kilogramm im Jahr in Entwicklungsländern und von 65 auf 80 Kilogramm in den Industriestaaten gestiegen. Experten gingen bei Anhalten des Trends davon aus, dass sich die Fleischerzeugung bis 2050 verdoppele.

Neben Gesundheitsrisiken mit Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen spreche auch der Klimawandel gegen einen zu hohen Fleischkosum. Die Politik müsse tätig werden, um Massentierhaltung einzuschränken. Dazu gehöre etwa auch eine Bindung von EU-Agrarsubventionen an klimafreundlich wirtschaftende Betrieben.

Nach Berechnung von Experten seien die Beiträge der Rinderhaltung zum Treibhauseffekt etwa ähnlich groß wie die des gesamten Autoverkehrs. Mastviehaltung erfordere auch einen hohen Energiebedarf. Viehbestände erzeugen das Treibhausgas Methan - vor allem bei Wiederkäuern durch die Verdauung. Aus Mist und Gülle sowie Futtermitteln wird außerdem Distickstoffmonoxid ausgestossen.

Bei ökologischer Erzeugung werde weniger Energie verbraucht. In Kleinbetrieben gebe es außerdem einen eigenen Futterketten-Kreislauf, während in Großbetrieben immer mehr Soja zum Einsatz komme, das verstärkt vor allem Südamerika nach Brandrodungen anbaut. Dei Verbraucherorganisation Foodwatch habe errechnet, dass ein Schweineschnitzel aus konventioneller Haltung viermal soviel Treibhausgase verursache wie eines aus ökologischer Haltung.

Interessante Frage:

Wie sieht das Wahlergebnis in einem Ort aus, in dem gerade eine Tierfabrik trotz erheblicher Proteste gebaut werden soll? Hier speziell der Ort Potshausen in 26842 Ostrhauderfehn/Ostfriesland

Von den 284 Wahlberechtigten aus Potshausen gingen 153 wählen. Ergebnis:

84 Stimmen = 54,9 % für die CDU

20 Stimmen = 13,1 % für die SPD

12 Stimmen = 7,8 % für die FDP

20 Stimmen = 13,1 % für die Grünen

Was will uns dieses Ergebnis sagen?

 

Tierschutzverbandsklage in Bremen seit dem 6. Oktober 07 in Kraft! Gleichzeitig startet Bremen eine Bundesratsinitiative zur Einführung des Klagerechtes auf Bundesebene.

 

Pressemitteilung Cornelia Behm MdB

Agrarpolitische Sprecherin Bündnis 90/die Grünen

Bundesregierung sieht dem Robbenschlachten weiterhin tatenlos zu

Ob und wann Gesetzentwurf über Einfuhrverbot von Robbenprodukten kommt, ist offen

"Wir Grüne fordern die Bundesregierung auf, ihren Widerstand gegen die Umsetzung des Bundestagsbeschlusses für ein Verbot von Robbenprodukten endlich aufzugeben". Dies erklärte die agrarpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, nachdem die Bundesregierung mitgeteilt hat, es sei offen, ob und wann es zu einem Beschluss der Bundesregierung über das angekündigte Robbenerzeugnisse-Verbotsgesetz kommen werde. In der Antwort auf die schriftliche Frage führt der Parlamentarische Staatssekretär im Agrarministerium, Dr. Gerd Müller, aus, es seien bei der Ressortabstimmung über das Robbenerzeugnisse-Verbotsgesetz Fragen auftreten, die einer intensiven Prüfung unterzogen werden müssen.

"Es hat lange genug gedauert, bis das Agrarministerium seinen hinhaltenden Widerstand gegen die Umsetzung des Bundestagsbeschlusses aufgegeben hat. Nun sind es offensichtlich andere Ministerien, die diesen Widerstand gegen ein Einfuhr- und Handelsverbot für Robbenprodukte fortsetzen" kritisierte Cornelia Behm. "Es kann nicht angehen, dass sich die Ministerien über den Willen des Parlaments einfach hinwegsetzen. Die Bundesregierung muss den Bundestagsbeschluss endlich umsetzen und den Gesetzentwurf unverzüglich vorlegen, damit es bis zum Beginn der nächsten Robbenjagd-Saison im Frühjahr noch in Kraft treten kann".

Der Bundestag hatte am 19. Oktober 2006 in einem Beschluss unmissverständlich gefordert, "den Import und den Handel mit Robbenprodukten in Deutschland wirkungsvoll zu unterbinden, solange ein gemeinschaftsweitgültiges Einfuhr- und Handeslverbot mit Produkten aller Robbenarten nicht zu Stande kommen".

animal future bekam vom Büro Cornelia Behm eine Mitteilung zur Pressemitteilung: "Mittlerweile ist bekannt geworden, dass diese Blockade der Bundesregierung auf Intervention von Frau Merkel höchstpersönlich zurückzuführen ist. Dem Vernehmen ist dies darauf zurückzuführen, dass ihr der dänische Premier Rasmussen bei ihrem Grönland-Besuch entsprechend eingeflüstert hat".

 

 

Schreiben an Politiker bzgl. Mastanlagen s. Startseite

Wahlen 2008 und 2009

2005 lag die Wahlbeteiligung bei 47 %

Gehören Sie zu den 53 %, die nicht wissen, wen sie wählen sollen?

Oder gehören Sie zu den 47 %, die nicht ganz sicher sind, wen sie dieses Mal wählen?

Dann geben Sie Ihre Stimme den Tieren!

Wählen Sie die Bündnis 90/Die Gründen oder die Tierschutzpartei.

Diese Parteien haben die Rechte für die Tiere in ihr Parteiprogramm mit aufgenommen und erklären den Tierschutz als Staatsziel!

Wählen Sie zukünftig für die Tiere!!!

 

GRÜNEN-Kongress im Bundestag:

Tierschutz neu denken!

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen führt am 5. Oktober 07 in Berlin einen Tierschutzkongress durch. Die Vorsitzende Renate Künast wird eine "Agenda für die Tiere" vorstellen. In vier Gesprächsforen wird u. a. über Tierschutz in den Medien, das Verbandsklagerecht und die Frage diskutiert, ob wir auch ohne Tierquälerei satt werden. Weitere Infos: www.gruene-bundestag.de

 

 

 

 

 

Warum stellen eigentlich so wenige Bauern auf Bio um?

Obwohl die Nachfrage immer größer wird, reagieren in Deutschland die Bauern bisland darauf so gut wie nicht. Grund: Die Landwirte sind verunsichert. Hatte die grüne Landwirtschaftsministerin Renate Künast noch heftig für Bio geworben und als Ziel verkündet, bei Ökolebensmitteln bis 2010 einen Marktanteil von 20 % zu erreichen, legte ihr konservativer Nachfolger Horst Seehofer (CSU) den Rückwärtsgang ein. In Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Schleswig-Holstein, wo die rot-grünen Regierungen ebenfalls abgelöst wurden, wurde die spezielle Förderung für Bauern, die sich zur Umstellung auf Biolandbau entschließen, drastisch beschnitten oder, wie im Saarland, sogar ganz eingestellt. Auch Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner sah im Bioboom eher eine Eintagsfliege und riet den Bauern, auf den Anbau von Energiepflanzen zu setzen. Mittlerweile klingen die Antitöne von Seehofer und Sonnleitner nicht mehr ganz so überzeugt. Die Förderung wurde in fast allen Ländern wieder aufgenommen, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau.

 

 

 

Tierschutz siegt über die Kunstfreiheit

12. Juni 2007

Unter dem Titel "Das Ableben des Hasen" fand im Februar 2006 in einer Berliner Galerie eine ganz besondere Kunstaktion statt. Die Darbietung kostete zwei Kaninchen das Leben - ihnen wurden auf der Bühne die Hälse ungedreht und die Köpfe abgeschnitten.

Die Aktion hat sich der bildende Künstler Falk Richwien ausgedacht. Während der öffentlichen Schlachtung der beiden Tiere wurde kein Wort gesprochen. Über den Sinn der Darbietung gab der Künstler im Anschluss nur eine sehr vage Auskunft.

Eine Woche nach der Aufführung stellte Claudia Hämmerling, Mitglied des Abgeordnetenhauses für Bündnis 90/Die Grünen, Strafanzeige gegen den Künstler Falk Richwien und seine beiden Helfer.

Im Februar 2007 wurden sie per Strafbefehl zu Geldstrafen verurteilt. Ihnen wurde vorgeworfen, gegen das Tierschutzgesetz verstoßen und Wirbeltiere aus Rohheit und ohne vernünften Grund getötet zu haben.

Die Beschuldigten legten Widerspruch ein, Anfang Juni 2007 fand vor dem Berliner Amtsgericht die Verhandlung statt. Einer der Angeklagten hat sich inzwischen von der Kunstaktion distanziert. Hingegen verteidigten der Künstler und sein zweiter Helfer ihre Darbietung - schließlich sei die Tötung der Kaninchen nicht sinnlos gewesen. Die Tiere seien im zweiten Teil der Veranstaltung, die eine Woche nach der Tötung unter dem Titel "Kaninchen an Apricot", stattfand, verspeist worden. Außerdem beriefen sich die beiden Angeklagten auf die Kunstfreiheit.

Den Richter beeindruckten diese Argumente nicht. Er sagte: "Kunstfreiheit ist nicht schrankenlos und findet ihre Grenze, wenn Dritte verletzt werden". Der Künstler wurde zu einer Geldstrafe von 2400 EUR verurteilt, seine beiden Helfer zu 1000 bzw. 600 EUR.

Ob das Urteil rechtskräftig wird, ist noch nicht sicher, es wird damit gerechnet, dass die Verurteilten in die nächste Instanz gehen. (Quelle: spiegel)

 

 EU-Kommission verklagt Griechenland wegen Tierquälerei

21. März 2007

In der Europäischen Union tut sich etwas in Sachen Tierschutz: Die EU-Kommission hat Griechenland wegen anhaltender grober Tierschutz-Verstöße beim Europäischen Gerichtshof verklagt. Griechenland habe Jahre lang die EU-Vorschriften zum Schutz von Tieren bei Transport und Schlachtung missachtet, erklärte die Brüsseler Behörde. Zwischen 1998 und 2006 seien "wiederholt ernste Mängel" festgestellt worden.

So werde beispielsweise die Betäubung von Tieren vor dem Schlachten nicht ausreichend kontrolliert, auch seien die Fährhäfen nicht auf die Bedürfnisse von Tieren nach Langstreckentransporten eingestellt. Das Tierschutz-Niveau in dem südeuropäischen Land sei "immer noch unterdurchschnittlich", kritisierte die EU-Kommission. (Quelle: tagesanzeiger)

 Wie wärs denn, wenn die EU-Kommission die Bundesrepublik Deutschland  wegen anhaltender grober Tierschutz-Verstöße in Bezug auf Massentierhaltung/Mastanlagen/Qualzuchten usw. mal verklagen würde?????

 

 

 

 

  Kennzeichnung von Lebensmitteln verbessert Tierschutz

11. April 2007

Eine Lebensmittel-Kennzeichnung, die Tierschutzaspekte berücksichtigt, gibt es bislang nur bei Eiern. Beim Kauf von Frühstückseiern kann man bereits auf der Packung erkennen, ob sie aus Käfig-, Boden- oder Freilandhaltung kommen. Am 28. März 2007 diskutierten in Brüssel Vertreter aus Politik, Forschung, Industrie und Tierschutz auf einer Tagung, wie sich der Tierschutz durch die Kennzeichnung von Lebensmitteln verbessern lässt.

Die aktuelle Eurobarometer-Umfrage (sie wird regelmäßig durchgeführt; aus jedem EU-Land werden 1000 Personen befragt) ergab, dass die EU-Bürger mehr Tierschutz wollen. Außerdem sprechen sie sich für eine eindeutigere Kennzeichnung von Produkten aus tierischer Herkunft aus.

Vor diesem Hintergrund fand am 28. März 2007 die Tagung "Tierschutz - Verbesserung durch Kennzeichnung?" statt. Die Beteiligten diskutierten, welche Kriterien der einheitlichen Kennzeichnung zugrunde liegen sollten und wie sie praktisch umgesetzt werden können.

"Wir haben das Ziel, den Tierschutz zu verbessern und den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine einfache und verständliche Kennzeichnung an die Hand zu geben. Das muss ohne neuen bürokratischen Aufwand erfolgen. Von der Milch über Eier bis hin zu Fleisch könnte diese Kennzeichnung unserer Bürger wirkungsvoll bei ihrer Kaufentscheidung unterstützen", betonte Horst Seehofer, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Und EU-Kommissar Kypriana sagte: "Ich bin überzeugt davon, dass ein hoher Tierschutzstandard den europäischen Produzenten einen Wettbewerbsvorteil bietet, und die Kommission ist bereit, sie beim Nutzen dieses Vorteils durch eine verbesserte Kennzeichnung zu unterstützen. (Quelle: meat-n-more)

 

 

Braunbären willkommen?

18. Mai 2007

Erinnert Ihr Euch noch an Bruno, den Braunbären, der vor einem Jahr nach Bayern eingewandert ist? Weil er keine Scheu vor menschlichen Ansiedlungen zeigte und Schafe und Hühner riss, ließen ihn die Behörden schließlich erschießen. Jetzt hat die Umweltorganisation WWF eine Umfrage durchgeführt, nach der 53 % der Befragten wollten, dass es in Bayern wieder Braunbären gibt. Diese Zahlen lassen den WWF jubeln, deren Artenschutzexperte, Volker Holmes, erklärt: "Deutschland kann ein Einwanderungsland für Bären sein, wenn die Akzeptanz in der Bevölkerung gegeben ist". Der WWF werde daher weiterhin Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Ein Drittel der Befragten lehnt hingegen die Wiederansiedelung von Braunbären in Bayern ab.

Bislang hat sich allerdings kein Bär auf den Weg in Richtung Deutschland gemacht und es sieht derzeit auch nicht so aus, als ob eines der bekannten Tiere eine solche Absicht hätte.

Insgesamt leben derzeit zwischen elf und 17 Braunbären im Alpengebiet, davon einer in Oberösterreich, fünf bis acht im Grenzgebiet Niederösterreich sowie weitere fünf bis acht Bären in Kärnten, sie sind aus Slowenien eingewandert. (Quelle: sueddeutsche)

 

 

 

Erfolg für Tierpartei

Im neuen niederländischen Parlament sind auch die Tierschützer vertreten. Die Parteei für die Tiere gewann zwei Sitze.

Wenn es um das Wohlsein ihrer Lieblinge geht, kennen die Anhänger der niederländischen Stiftung "munteres Tier" kein Pardon. Auch nicht für die Rauchwurst der Warenhauskette HEMA, die bei vielen Verbrauchern Kultstatus hat. Künftig können die Tierschützer ihre Proteste gleich mit gesetzgeberischen Aktivitäten verknüpfen. Denn die Direktorin ihrer Stiftung, Marianne Thieme, ist gleichzeitig Vorsitzende der Partei für die Tiere und hat bei der Wahl am Mittwoch erstmals den Sprung ins Parlament geschafft - gemeinsam mit ihrer Kollegin Esther Ouwehand, die das gleich als einen Welterfolg feierte. Rund 4 Millionen Rinder, 11 Millionen Schweine, 90 Millionen Hühner und viele andere Kreaturen haben jetzt eine Interessenvertretung im Parlament.

Von manchen wurde die kleine Protestpartei belächelt. Doch ihre 34-jährige Gründerin Thieme liess sich nicht beirren. Sie hat große Unterstützung bekommen, auch von Intellektuellen: Der Schriftsteller Harry Mullisch (-die Entdeckung des Himmels-) entschied sich ebenso für die Tierpartei wie sein Kollege Maarten 't Haart (- die Jakobsleiter-). Fast stündlich liefen in den vergangenen Wochen die Wahlkampfspots im Radio. Erstes Ziel der Partei ist es, die Tierrechte im niederländischen Grundgesetz zu verankern.

dpa 24.11.06

Kommentar: Auch in Deutschland brauchen wir Personen im Bundestag, die die Interessen der Tiere vertreten. Wie wirksam das sein kann, zeigte die ehemalige Verbraucherschutzministerin Renate Künast, die z. B. ein Verbot der Käfighaltung von Hennen fünf Jahre früher als in anderen EU-Ländern durchsetzte. Das dieses Verbot durch die neue Regierung wieder gekippt wurde, steht dabei auf einem anderen Blatt Papier. animal future nimmt den Wahlsieg der niederländischen Tierpartei und das Jahr 2007 zum Anlass, um die Bemühungen zu verstärken, auf politischer Ebene mehr Einfluss für die Rechte der Tiere zu  nehmen.

 

Metzger oder Schächter - Wer fügt Tieren mehr Schmerzen zu?

von Rukiye Öztürk

Frankfurt - Ein spitzes Messer dringt in den Hals eines Schafes ein. Das Tier zittert. Viel Blut fließt. Muslimische Metzger in Deutschland dürfen weiter Tiere ohne Betäubung schlachten. Angeblich spüren die Tiere bei der Prozedur nichts. Jetzt diskutiert Deutschland: Ist das Schächten wirklich nicht brutaler als das normale Schlachten?

Auch nach der Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel in die Verfassung ist das Schächten nicht ausgeschlossen, wenn eine behördliche Genehmigung vorliegt. So hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden.

Rüstem Altinküpe (39) aus Asslar-Werdorf (Hessen) hat das Urteil erstritten, sit seit 18 Jahren Metzger in einem Familienbetrieb. Er sagt.: "Wenn das Tier von einem fachgerechten Metzger mit einem schnellen Schnitt von einem scharfen Messer geschlachtet wird, dann hat es Schmerzen von einer Sekunde. Der deutsche Metzger fügt dem Tier mehr Schmerzen zu als ich. Jede Schlachtmethode ist grausam".

Beim Schächten wird den Tieren mit einem sehr scharfen Messer Luftröhre, Speiseröhre, Halsschlagader und Hals-Venen sowie der Nervus Vagus durchtrennt. Durch die Unterversorgung des Gehirns mit Blut soll das  Tier angeblich innerhalb von Sekunden bewusstlos sein.

Metzgermeister Ludwig Stuhlberger (52) hat einen Schlachthof in Erding (Bayern). Er sagt: "Bei uns wird das Tier vor dem sog. Entblutestich mti einem Bolzenschuss betäubt. Das Tier ist dadurch bewußtlos und hat sowohl das Wahrnehmungs- als auch das Empfingsvermögen verloren. Es spürt überhaupt nichts. Diese Methode ist viel humaner".

Was sagt ein objektiver Experte? Dr. Uwe Tiedemann (52) Tierarzt aus Lüneburg (Niedersachsen): "Alle wissenschaftlichen Untersuchungen haben ergeben, dass die Tiere beim Schlachten ohne Betäubung deutlich mehr Stress empfinden". (Bild)

 

 

Bär Bruno - warum musste er sterben?

Vorgeschichte: Bär Bruno (JJ1) wandert Anfang Mai aus Trentino/Italien nach Bayern ein. Nachdem Bär Bruno Schafe gerissen hat und auch den Menschen gegenüber keine Scheu zeigt, wird Bruno als Problembär eingestuft.

Bär Bruno soll eingefangen werden:

- WWF versucht es mit Röhrenfallen, scheitert, da Bär Bruno einfach weiterwandert

- Vier Pfoten und Stiftung Bären organisieren inzwischen eine Platz für Bär Bruno im Wildpark Poing bei München

- Ein Spezialteam aus Finnland versucht, Bär Bruno mit Elchhunden aufzuspüren. Das Einfangen misslingt, da Bär Bruno weiterwandert und das Gelände für die Verfolger zu unwirklich wird. Betäuben ist zu riskant, da in der Wirkzeit von 5 Minuten Gefahr für Menschen besteht.

Am 26. Juni wird Bär Bruno durch ein staatlich beauftragtes Sicherheitsteam des Landratsamtes Meisbach durch zwei Kugeln in Schliersee getötet.

Tirol tritt zwischenzeitlich dem Bärenmanagement-Plan bei (den Management-Plan gibt es in Österreich bereits seit 1996 - dort halten sich ca. 20 freilaufende Bären auf  - der Plan informiert über das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier, über Schutzmaßnahmen für Tierhalter und gibt Erklärungen für die Bevölkerung).

70 % der Bevölkerung bedauern den Abschuss des Bären - Protestbriefe von Privat sowie von Tier- u. Umweltorganisationen gehen bei der Bayrischen Landesregierung ein.

Urlauber stornieren aus Protest ihren geplanten Urlaub in Bayern.

Bis zum 30.06.06 liegen sieben Strafanzeigen gegen die Minister und die Tatausführenden vor. Ob ein Ermittlungsverfahren gegen Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf eingeleitet wird, wird geprüft. Die SPD fordert Schnappaufs Rücktritt - dieser lehnt ab.

Abschuss verstößt gegen Berner Konvention, Bonner Konvention, Washingtoner Artenschutzabkommen.

Dr. Hellinger (Deutscher-Wildschutz-Verband) analysiert den Obduktionsbericht. Danach war Bär Bruno nicht sofort tot, sondern hat sich nach dem ersten Schuss noch einmal gedreht. Der zweite Schuss saß auf der anderen Seite. Der Bär ist verblutet. Die Wahrheit liegt tiefgefroren in einer Kühltruhe. Es wird spekuliert, ob noch eine dritte Kugel getroffen hat.

Streit ums Bärenfell: Jeder will es haben: das Münchener Museum, die Gemeinde Schliersee, die Gemeinde Bayrischzell.

Italiens Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio legt formal Beschwerde bei der EU ein. Die Erschießung des aus dem italienischen Projekt "Life Ursus" stammenden Braunbären sei "inakzeptabel". Am 04.07.06 fordert er offiziell die Auslieferung des erschossenen Bären an Italien.

Geschäftemacherei mit Bär Bruno: Steiff GmbH gibt Sonderedition Bruno mit schwarzem Trauerflor heraus. Schildkröt produziert den Mohair-Bär "Bruno mein Bärenfreund".

Verschiedene Demonstationen gegen die Jagd finden statt, so z. B. vom Berliner Dom zum Gendarmenmarkt sowie eine Großdemo mit vielen Prominenten und Tierschutz-/Umweltorganisationen am Schliersee.

Warum also musste Bär Bruno sterben?

Ganz einfach:

weil wir Menschen in Deutschland nicht mehr auf ein Leben mit Wildtieren eingestellt sind. Hier kann nur Abhilfe geschaffen werden, indem der Management-Plan angewendet wird und die Menschen akzeptieren, dass ihnen die Welt nicht alleine gehört. Dazu gehört, dass man sich mit Wildtieren engagiert, ihnen genug eigenen Raum zur Entfaltung lässt, ihnen Nahrungsquellen lässt und sich als Mensch vielleicht auch mal zurückzieht.

Also handeln wir endlich und geben den noch zu erwartenden Wildtieren in Deutschland ihr eigenes Revier zurück!!

Rebecca Wiechmann - animal future e. V.

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Schreiben von animal future an:

Landesjagdverband Bayern

Werner Schnappauf

CSU Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken

Bayerisches Staatsministerium  für Umwelt, Gesundheit, Verbraucherschutz

CSU Landtagsfraktion

 

"Herzlichen Glücklwunsch" zu Ihrem "waidgerechten Abschuss" des Bären Bruno.

Dieser Fall zeigt mal wieder die typische Handlungsunfähigkeit von Behörden im Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt.

Obwohl die Mehrheit der deutschen Bevölkerung (und Deutschland besteht nicht nur aus Bayern) sich für die Rettung des Bären ausgesprochen hat, wurde einem jungen, kräftigen, gesunden Tier das Recht auf Leben genommen.

Dieser Fall zeigt deutlich, was wir hochentwickelten Menschen doch für armselige Kreaturen sind - nicht mehr fähig, mit der Natur im Einklang leben zu können oder etwa gar nicht zu wollen?

Wollen wir hoffen, dass das zukünftige "Ausstellungsstück Trophäe Bruno" den Menschen als Mahnmal für Ignoranz des Lebens und ewige Unwissenheit dient.

Vorstand

animal future e. V.

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Hier folgen die Kernaussagen der Bundesparteien zur Bundestagswahl 2005

SPD 

Staatsziel Tierschutz:

 Das Staatsziel ist von der Politik bei der Gesetzgebung und von den Verwaltungsbehörden und Gerichten bei der Anwendung des Tierschutzrechtes zu beachten.

Verbandsklage: Wir behalten weiterhin im Auge, ob eine Klage von Tierschutzorganisationen unter bestimmten Voraussetzungen möglich gemacht werden sollte.

Förderung von Alternativen zu Tierversuchen: Die Forschung zu Ersatzmethoden für Tierversuche muss im Dialog mit der Wirtschaft und im Rahmen des bestehenden Förderschwerpunktes "Ersatzmethoden zum Tierversuch" gestärkt und ausgebaut werden.

Geplante Altchemikalienprüfung /Ausweitung der Tierversuche der EU: Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Neubewertung von Altchemikalien darf nicht mit Prüfmethoden erfolgen, die millionenfache Tierversuche erforderlich machen würden.

Landwirtschaftliche Tierhaltung: Den Verbraucherinnen und Verbrauchern kommt bei der Durchsetzung einer artgerechten Nutztierhaltung eine Schlüsselrolle zu. Wir wollen gerne dabei helfen, das Tierschutz als Qualitätsmerkmal  heimischen Lebensmitteln einen Marktvorteil bringt und durch tierschutzgerechtes Wirtschaften Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen werden können.

Ausstieg aus der Käfighaltung/Legebatterie: Das ab 2007 geltende Verbot wird von uns nicht in Frage gestellt, auch wenn andere EU-Mitgliedsstaaten noch nicht nachgezogen haben.

Tiertransporte: Es muss eine neue Initiative zur Verkürzung der Transportzeiten und der Ladedichten geben; die längst überfällige Abschaffung der Subvention von Lebendviehtransporten muss endlich durchgesetzt werden.

Heimtierbereich: Grundsätzlich befürwortet die SPD ein Heimtiergesetz. Gerade für artengeschützte Tiere, deren Haltung besondere Kenntnisse erfordern, wäre z. B. ein verpflichtender Sachkenntnis-Hinweis sehr sinnvoll. Die Chancen dafür sehen wir allerdings etwas pessimistisch.

Förderung des ehremamtlichen Tierschutzes: Auf der Grundlage der Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission "Zukunft des bürgerlichen Engagements" werden wir prüfen, wie das Ehrenamt im Tierschutz gestärkt werden kann.

 

CDU/CSU

Staatsziel Tierschutz:

Priorität muss die Ausführung der bestehenden Tierschutzgesetzgebung haben.

Verbandsklage: Eine Einführung eines Verbandsklagerechtes für Tierschutzorganisationen lehnt die Union ab.

Förderung von Alternativen zu Tierversuchen: Für die Finanzierung dringend benötigter neuer Studien reichen die derzeit bereitgestellten Gelder nicht aus. Hier besteht akuter Handlungsbedarf.

Geplante Altchemikalienprüfung/Ausweitung der Tierversuche der EU: Es gilt, Millionen von zusätzlichen Tierversuchen im Rahmen der geplanten EU-Chemikalien Richtlinien zu verhindern. Viele Experten halten die Prüfung von max. 6.000 statt 30.000 Altchemiekalien für ausreichend. Allein dadurch wäre mathematisch eine Reduzierung von 80 % der Tierversuche zu erwarten.

Landwirtschaftliche Tierhaltung: Durch die Einführung der sog. Cross-Compliance-Regelungen wird die europäische Landwirtschaft den gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht: Knüpfung staatlicher Zahlungen an die Einhaltung gesetzlicher Standarts im Umweltschutz, Tierschutz und der Lebensmittelsicherheit.

Ausstieg aus der Käfighaltung/Legebatterie: Mit der Aufnahme der Kleinvolieren als zusätzliche Haltungsform neben der Boden- u. Freilandhaltung könnte die Bundesrepublik EU-weit eine Vorreiterrolle bzgl. zukunftsorientierter und innovativer Legehennenhaltungssysteme einnehmen.

Tiertransporte: Die Transportdauer für Zucht- und Nutztiere kann unter tiergerechten Bedingungen über den Zeitrahmen von acht Stunden hinausgehen.  Es muss an beidem gearbeitet werden: einer Begrenzung der Transportzeit und bessere Kontrollen.

Heimtierbereich: Nur durch Wissensvermittlung kann ein verantwortungsvoller Umgang mit Tieren erreicht werden. Ein Heimtiergesetz halten wir nicht für umsetzbar, da Kontrollen im privaten Bereich höchst problematisch sind.

Förderung des ehrenamtlichen Tiersschutzes: Aufgrund der desolaten Haushaltssituation des Bundes werden grundsätzlich alle zusätzlichen Fördertatbestände nur schwer zu verwirklichen sein.

 

Bündnis 90/Die Grünen

Staatsziel Tierschutz:

Eine dem Staatsziel entsprechende Überarbeitung des Tierschutzgesetzes ist dringend erforderlich. Es geht darum, die Praxis des Tierschutzes deutlich zu verbessern. Der Tierschutz als Staatsziel bindet alle staatliche Gewalt, so auch die Verwaltung.

Verbandsklage: Die Verbandsklage stellt eine langjährige Forderung von Bündnis90/Die Grünen dar.

Förderung von Alternativen zu Tierversuchen: Wir setzen uns für die forcierte ideelle und finanzielle Förderung von Ersatzmethoden ein. In der Lehre sollte es mehr Lehrstühle und Kursangebote zu In-vitro-Verfahren geben. Die ethisch besonders fragwürdigen Versuche an Menschenaffen lehnen wir ab.

Geplante Altchemieprüfung/Ausweitung der Tierversuche der EU: Wir treten dafür ein, dass alle bereits vorhandenen Daten anerkannt werden. Daten, die auf Tierversuchen basieren, dürfen nur dann anerkannt werden, wenn sie tatsächlich erforderlich sind. Alle bereits geeigneten tierversuchsfreien Verfahren sind zu berücksichtigen.

Landwirtschaftliche Tierhaltung: Mit der Neuorientierung in der Landwirtschaftspolitik durch  Renate Künast haben wir für die Nutztierhaltung die Weichen neu gestellt. Wir wollen tierquälerische Haltungsformen in der Landwirtschaft abschaffen und die artgerechte Tierhaltung fördern.

Ausstieg aus der Käfighaltung/Legebatterie: Es bleibt dabei: Wir werden in Deutschland Verschlechterungen in den Haltungsbedingungen für Lege-Hennen nicht akzeptieren.

Tiertransporte: Wir sind für die Begrenzung von Tiertransporten und eine stärkere, dezentrale Vermarktung von Fleisch. Wir werden nicht nachlassen, dieses Thema in Brüssel immer wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Weiterhin werden wir uns für die vollständige Abschaffung der EU-Exporterstattungen für lebende Tiere einsetzen.

Heimtierbereich: Wir sprechen uns für ein Heimtierzuchtgesetz aus. Hier sollen auch Haltung, Kennzeichnung, Registrierung und Handel von Tieren geregelt werden.

Förderung des ehrenamtlichen Tierschutzes: Wir treten dafür ein, dass dem karitativen Tierschutz auf der Landesebene geholfen wird, wo auch regionale Besonderheiten besser berücksichtigt werden können.

 

FDP

Staatsziel Tierschutz:

Die FDP ist der Ansicht, dass dadurch dem Ziel, die Tiere und ihre Bedürfnisse zu achten und ihnen Leiden nach Möglichkeit zu ersparen, Genüge getan wird.

Verbandsklage: Die FDP-Bundestagsfraktion hat sich bislang keine abschließende Meinung zu dieser Frage gebildet.

Förderung von Alternativen zu Tierversuchen: Tierversuche müssen auf ein Mindestmaß reduziert werden. Es wäre aber verfehlt anzunehmen, dass auf sie in absehbarer Zeit ganz verzichtet werden kann. Alternativ- und Ergänzungsmethoden müssen verstärkt angewendet werden.

Geplante Altchemiekalienprüfung/Ausweitung der Tierversuche der EU: Es wird nicht möglich sein, in diesem Rahmen ganz auf Tierversuche zu verzichten. Allerdings muss mit aller Kraft daran gearbeitet werden, die Zahl der Versuche auf ein Minimum zu reduzieren. Durch die Schaffung von umfassenden Datenbanken kann gerade bei Chemikalientests die Zahl der notwendigen Tierversuche eingeschränkt werden.

Landwirtschaftliche Tierhaltung: Die FDP-Bundestagsfraktion hält die im Rahmen der EU-Agrarreform eingeführten Cross-Compliance-Regelungen für ausreichend.

Ausstieg aus der Käfighaltung/Legebatterie: Die FDP setzt sich auch im Bereich der Lege-Hennenhaltung für eine 1:1-Umsetzung der EU-Vorgaben ein. Nationale Sonderwege lehnt die FDP ab. Die Kleinvoliere muss vorurteilsfrei geprüft werden.

Tiertransporte:Eine generelle Transportzeitbegrenzung hat nach dem Beitritt der mittel- und osteuropäischen Länder noch weniger Erfolgsaussicht als vor deren Beitritt. Daher erscheint es wesentlich sinnvoller, die bestehenden Regelungen zum Schutz der Tiere beim Transport auch tatsächlich in ganz Europa umzusetzen und ihre Einhaltung strikt zu kontrollieren.

Heimtierbereich: Eine Notwendigkeit, den Heimtierbereich umfassend in einem Heimtiergesetz zu regeln, besteht nicht. Zur Konkretisierung der Anforderungen des Tierschutzgesetzes an die Haltung von Tieren liegen eine Reihe von Sachverständigen-Gutachten und Leitlinien vor, die zuständigen Behörden und Tierhaltern zur Orientierung dienen.

Förderung des ehrenamtlichen Tierschutzes: Angesichts der sehr angespannten Haushaltslage im Bund ist es nicht möglich, Zusagen für die Förderung des karitativen Tierschutzes mit Bundesmitteln zu machen.

 

Die Linke/PDS

Staatsziel Tierschutz:

Aufgabe für die Zukunft wird sein, in der Gesetzgebung das Staatsziel mehr mit Leben zu füllen. Als Beispiel seien die Tierhaltung und Tierversuche genannt.

Verbandsklage: Die PDS unterstützt die Einführung der tierschutzrechtlichen Verbandsklage.

Förderung von Alternativen zu Tierversuchen: Alternativmethoden müssen jetzt dringend forciert werden. Die PDS unterstützt dazu u. a. die Umstellung der Prüfkataloge auf tierversuchsfreie Methoden, deren finanzielle Besserstellung, die restrospektive Bewertung der Tierversuche und den Aufbau von Datenbanken zur Vermeidung von Doppelversuchen. Ein sofortiges Verbot der Tierversuche an Affen ist ein notwendiger Schritt.

Geplante Altchemiekalienprüfung/Ausweitung der Tierversuche der EU: In der Prüfordnung muss ein Vorrang alternativer Methoden verbindlich festgeschrieben werden. Bereits vorliegende Giftigkeitsprüfungen der Industrie müssen dabei offen gelegt werden. Damit können Doppelversuche vermieden werden.

Landwirtschaftliche Tierhaltung: Wir setzen uns für eine Agrarpolitik ein, die nicht länger zum Wettbewerb um die billigste Ware zwingt, sondern die dem Grundsatz einer optimalen Verbindung von hoher Produktqualität, tiergerechter Haltung und damit den VerbraucherInnen verpflichtet ist.

Ausstieg aus der Käfighaltung/Legebatterie: Unserer Meinung nach ist die Käfighaltung von Legehennen unakzeptabel. Eine EU-Regelung, welche die Wiederzulassung von Hühnerkäfigen, d. h. "Kleinvolieren" will, lehnen wir ab.

Tiertransporte: Die PDS fordert seit Jahren eine Begrenzung der Tiertransportdauer und die Abschaffung der Subventionen für Lebendtiertransporte. Wir wollen dazu beitragen, das der Widerstand in der EU dagegen gebrochen wird.

Heimtierhaltung: Im Heimtierbereich fehlt eine wirksame Rechtsregelung, die eine qualifizierte Heimtierhaltung und Zucht gewährleisten hilft.

Förderung des ehrenamtlichen Tierschutzes: Zur Frage, inwieweit die karitativen Tierschutzorganisationen künftig nicht nur über Länder und Gemeinden, sondern auch direkt vom Bund gefördert werden sollten, hat die PDS noch keine abschließende Meinung.

(Fragen von Bündnis Tierschutz an die Bundestagsparteien)

 
 

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